Rezeptbuch selber schreiben: So geht’s Schritt für Schritt

So kommen deine Gerichte vom Herd in den Buchhandel: Wir zeigen dir, wie du ein eigenes Rezeptbuch erstellen kannst.

Du wirst ständig nach Rezepten gefragt und alle lieben es, wenn du für sie kochst oder backst? Dann ist es höchste Zeit, ein eigenes Rezeptbuch zu veröffentlichen. Wenn du weißt, wie es geht, ist der Weg vom gekochten Gericht bis zum gedruckten Buch nicht weit. Hier erfährst du, wie du ein Rezeptbuch selbst schreiben und veröffentlichen kannst.

Rezeptbuch erstellen: Die Planung entscheidet

Wenn du dich entschieden hast, dass du ein Rezeptbuch selber schreiben willst, ist der wichtigste Schritt geschafft. Jetzt geht es an die Vorbereitung – denn bevor du das Rezeptbuch erstellen kannst, sind folgende Fragen wichtig:

  • Welchen Schwerpunkt hat dein Rezeptbuch? Glutenfreie Kuchen, vegane asiatische Gerichte, deftige Hausmannkost oder schnelle Familiengerichte? Worum geht es in deinem Rezeptbuch? Es ist wichtig, hier einen Fokus zu setzen – das erleichtert dir die Arbeit und später die Vermarktung des Rezeptbuchs.
  • Wer ist deine Zielgruppe? Eng verbunden mit Frage 1 solltest du entscheiden, wer dein Rezeptbuch kauft. Sind es komplette Einsteiger*innen, sind es Menschen, die bereits regelmäßig kochen? Wie alt sind sie ungefähr, wie willst du sie ansprechen? Mache dir klar, für den du dein Rezeptbuch schreiben willst und habe diese Zielgruppe im weiteren Prozess klar vor Augen.
  • Wie trittst du als Autor*in auf? Bleibst du als Rezept-Expert*in im Hintergrund oder bist du sogar auf dem Cover abgebildet, weil du im Rezeptbuch deine eigenen Geschichten zu den Rezepten teilst? Hier ist es hilfreich, eine klare Linie zu verfolgen, damit das Rezeptbuch einheitlich wirkt.
  • Wie umfangreich ist dein Rezeptbuch? Entwirf auf Grundlage deines Themas eine Struktur und lege fest, wie viele Rezepte ungefähr in deinem Buch enthalten sein sollen. Idealerweise kannst du bereits abschätzen, wie viel Raum jedes Rezept bekommt: Jeweils eine Doppelseite für Foto und Rezept oder brauchen manche Gerichte mehr Platz, andere weniger?
  • Welche Elemente enthält dein Rezeptbuch? In den meisten Rezeptbüchern geht es nicht nur um die bloße Zubereitung der Gerichte. Häufig verfassen die Autor*innen ein Vorwort, oft gibt es Erklärtexte zu einzelnen Zutaten oder Zubereitungsarten. Vielleicht möchtest du auch eigene Anekdoten zu deinen Rezepten unterbringen? Überlege dir vorab, wie dein Kochbuch inhaltlich gestaltet sein soll – und beachte das bei der oben genannten Struktur.
  • Was macht dein Rezeptbuch so besonders? Es gibt bereits unzählige Rezeptbücher – deshalb solltest du dir (und den späteren Leser*innen) klar vor Augen führen, was dein Alleinstellungsmerkmal ist. Hast du bereits eine eigene Community, die auf dein Rezeptbuch wartet? Zeigst du besonders innovative Ansätze beim Kochen oder Backen? Mit Sicherheit findest du etwas, das dein Werk von anderen Rezeptbüchern abhebt. Definiere das vorab und orientiere dich beim Schreiben des Rezeptbuchs daran.
  • Wie sieht deine zeitliche Planung aus? Die wenigsten Autor*innen können ihr Rezeptbuch in Vollzeit schreiben, deshalb ist es umso wichtiger, dass du eine gute Arbeitsstruktur entwirfst. Wann nimmst du dir Zeit, um Rezepte zu entwickeln, zu testen und die Ergebnisse zu fotografieren? Wann schreibst du begleitende Texte, wann soll das fertige Rezeptbuch erscheinen? Entwirf eine Roadmap, die dich auf dem spannenden Weg begleitet, ein Rezeptbuch selber zu schreiben.

Du suchst noch Ideen, wie du dein eigenes Rezeptbuch schreibst und wie du dabei den passenden Stil findest? Dann findest du in unserem Blogbeitrag mit Tipps von erfahrenen Kochbuch-Autor*innen sicher Inspiration.

Sobald klar ist, welchem Thema sich dein Rezeptbuch widmet, hast du sicher schon die ersten Rezepte vor Augen. Triff hier eine sinnvolle Auswahl, die von einfachen Rezepten bis zu etwas komplexeren Gerichten reicht. Trotz eines roten Fadens sollte Abwechslung garantiert sein – je nach Schwerpunkt deines Rezeptbuchs bietet es sich an, die Rezepte so auszuwählen, dass sie zu unterschiedlichen Kategorien passen. (Zum Beispiel: Frühstück, To-Go-Gerichte, Abendessen usw.)

Bei der Entwicklung und beim Aufschreiben der Rezepte ist es entscheidend, dass alle Schritte vollständig und leicht nachvollziehbar sind. Tauchen alle erwähnten Zutaten wirklich in der Zubereitung auf? Sind alle Schritte logisch und die Erklärungen auch für Anfänger*innen verständlich? Wenn du das Rezept fertig ausformuliert hast, solltest du unbedingt noch einmal selbst testen, ob das Gericht mit dieser Anleitung gelingt – idealerweise gibst du die Rezepte vor der Veröffentlichung zusätzlich an Test-Leser*innen, die sich zum Nachkochen bereiterklären und dir wertvolles Feedback geben können.

Wie ausführlich die Rezepte gestaltet sind, bleibt dir überlassen. Wichtig sind in jedem Fall: Zutatenliste (mit Angabe der Personenzahl) und Zubereitung Schritt für Schritt. In vielen Rezepten bietet es sich an, eine Alternative zu bestimmten Zutaten anzubieten oder zu erwähnen, warum dieses Gericht besonders gesund oder wohltuend ist – beides kann in einer kleinen Infobox geschehen. Auch die Angabe des zeitlichen Aufwands oder der Nährwerte ist in vielen Rezeptbüchern beliebt.

Bei einem Rezeptbuch geht es – noch mehr als bei anderen Genres – um eine überzeugende und ansprechende Gestaltung. Es soll Freude machen, dein Rezeptbuch durchzublättern, die einzelnen Seiten machen im besten Fall sofort Lust darauf, die Gerichte auszuprobieren.

Entscheidend können dabei gute Fotos sein. Bilder, die deine Gerichte in Szene setzen, die in einem einheitlichen Stil gestaltet sind, die das Buch zu einem wirklichen Schmuckstück machen. Diese Fotos kannst du selbst erstellen oder von Food-Fotograf*innen machen lassen (was natürlich kostspielig ist). Es gibt allerdings auch Rezeptbücher, die ganz ohne Fotos auskommen. Du kannst in diesem Fall entweder auf Illustrationen setzen oder das Rezeptbuch ganz in Textform gestalten. Auch in diesem Stil gibt es wirklich tolle Rezeptbücher – hier ist wichtig, dass die Texte umso besser transportieren, warum man ein Rezept testen sollte und was einen dabei erwartet.

Ob mit oder ohne Fotos: Das Design deines Rezeptbuchs sollte einheitlich sein. Du kannst anhand eines Gerichts exemplarisch ein Seitendesign entwerfen: Wo sind die Zutaten zu finden, wie ist die Zubereitung dargestellt? Hierfür kannst du entweder Stift und Papier verwenden, auf ein Programm setzen (s.u.) oder gleich einen Profi engagieren. Hauptsache, du hast vor Augen, wie dein Rezeptbuch gestaltet wird und hältst dich bei der Umsetzung an ein einheitliches Design, in dem sich alle Leser*innen gut zurecht finden.

Du hast die Struktur entworfen, die Rezepte geschrieben, die Fotos gemacht? Dann liegt jetzt alles bereit, um deine Rezepte zu einem Rezeptbuch zu machen. Hierbei fragen sich viele Autor*innen, ob ein Programm oder Tool dafür nötig ist. Wichtig an dieser Stelle: Die folgenden Informationen gelten, wenn du das Rezeptbuch im Self-Publishing herausbringst. Solltest du das Rezeptbuch über einen Verlag veröffentlichen wollen, übernimmt dieser die Gestaltung und es ist kein Programm für dich erforderlich. Dann beginnt für dich nun die Suche nach einem geeigneten Verlag.

Als Self-Publisher*in kann es hilfreich sein, auf ein passendes Programm zu setzen, wenn du ein Rezeptbuch selber schreibst. Für die Struktur und Texte wie Vorwort, begleitende Kapitel etc. bietet sich die übliche Autor*innen-Software an, über die du hier einen guten Überblick findest. Für die Gestaltung der Rezeptseiten brauchst du allerdings ein anderes Programm: Bei Canva findest du, wenn du ein Rezeptbuch selber schreiben willst, die passende Vorlage. Hier kannst du das Design für deine Rezeptseiten erstellen und diese später zu einem Buch zusammenfügen. Auch InDesign bietet sich für die Gestaltung deines Rezeptbuchs an, dieses Programm ist eher für Menschen mit Design-Erfahrung geeignet.

Natürlich kannst du auch bei der Gestaltung deines Rezeptbuchs auf die Unterstützung von Profis setzen. Bei BoD findest du verschiedene Angebote für das Buchblock-Design, hier gibt es auch für dein Rezeptbuch die passende Option und du kannst sicher sein, dass dein Rezeptbuch optisch richtig gut wird.

Du möchtest über Inhalt und Vermarktung deines Rezeptbuchs selbst entscheiden und es schnell in die Welt bringen? Dann ist Self-Publishing der richtige Weg für dich. Dabei kannst du die fertige Datei einfach hochladen und dein Rezeptbuch wird im Print-on-Demand-Verfahren gedruckt: Das ist vor allem bei Rezeptbüchern, die viele Bilder enthalten und dadurch teurer in der Herstellung sind, sinnvoll. So wird dein Rezeptbuch immer dann gedruckt, wenn es jemand kaufen möchte – und du sparst dir Produktionskosten im Vorfeld. Informiere dich direkt hier, wie du dein Buch mit BoD veröffentlichen kannst.

Dein Rezeptbuch ist erschienen – jetzt darfst du dafür sorgen, dass möglichst viele Menschen davon erfahren. Du hast bereits eine eigene Community über Social Media, die deine Rezepte mag und dein Buch bereits erwartet? Großartig, dann nutze diesen Weg, um ordentlich Werbung für dein Rezeptbuch zu machen.

Auch wenn du noch keine große Reichweite hast, kannst du Social Media zur Vermarktung nutzen, indem du immer wieder Beiträge mit passenden Hashtags veröffentlichst oder Reels produzierst, die auch Menschen ausgespielt werden, die (noch) nicht deine Follower*innen sind.

Auch Veranstaltungen wie Food-Events und Messen können ein guter Weg sein, um dein Rezeptbuch bekannt zu machen, genau wie die Ansprache von Blogger*innen oder Magazinen: Wenn du sie davon überzeugst, warum dein Rezeptbuch besondere Aufmerksamkeit verdient, bekommst du vielleicht eine Platzierung in ihrem Medium.

Für welchen Weg du dich entscheidest: Ist dein Rezeptbuch veröffentlicht, ist die Arbeit noch nicht vorbei. Trau dich, mit deinem Rezeptbuch in die Sichtbarkeit zu gehen und immer wieder Werbung dafür zu machen. Dann kannst du sicher sein, mit deinem Werk möglichst viele Menschen zu erreichen und die viele Arbeit, die du in dein Rezeptbuch gesteckt hast, zahlt sich wirklich aus.

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