Trilogie schreiben: Wie du eine Buch-Reihe erschaffst

Du hast eine Geschichte im Kopf, die gleich mehrere Bücher füllen könnte? Dann schreibe eine Trilogie! Hier erfährst du, worauf es dabei ankommt.

Wir alle kennen das: Ein Buch ist ausgelesen, wir klappen es zu – und würden am liebsten direkt in die nächste Geschichte rund um die Hauptfiguren eintauchen. In so einer Situation ist es super, wenn dieses Buch aus einer Serie oder Trilogie stammt. Denn dann geht die Story weiter, und das hat Vorteile für die Leser*innen und für dich als Autor*in.

Der Begriff Trilogie stammt aus dem Altgriechischen und setzt sich aus den Wörtern „tri“ (drei) und „lógos“ (Rede/Wort/Erzählung) zusammen. Hier ist direkt die Definition enthalten: Eine Trilogie ist ein dreiteiliges Werk – zum Beispiel eine dreiteilige Buchserie oder drei Filme, die aufeinander aufbauen. Genauso gibt es die Dilogie (die weniger bekannt ist), die aus zwei zusammenhängenden Werken besteht.

Wenn wir von einer Buch-Reihe oder Buch-Serie sprechen, ist die Definition weiter gefasst, denn hier ist die Anzahl der enthaltenen Titel unbegrenzt. Ein weiterer Unterschied: Eine Trilogie umfasst meist eine in sich geschlossene Geschichte, die auf drei Bücher aufgeteilt ist. Es ist zwar möglich, auch nur ein Band aus der Trilogie zu lesen, in der Regel ist das aber nicht vorgesehen – die drei Teile gehören zusammen. Bei einer Buch-Serie hingegen gibt es Hauptfiguren, die in jedem Buch auftauchen, die den Leser*innen bekannt sind, die häufig eine fortlaufende Rahmenhandlung haben. Die einzelnen Geschichten sind jedoch in sich abgeschlossen, sodass jedes Buch für sich gelesen werden kann.

Es gibt viele gute Gründe, eine Trilogie anzugehen: Du hast mehr Raum, um komplexe Geschichten zu erzählen und ganze Welten zu erschaffen, die erklärungsbedürftig sind. Du kannst Leser*innen langfristig an dich binden – wenn sie Teil 1 gelesen haben und du hier eine gute Geschichte geschrieben hast, kannst du sicher sein, dass viele auch zu Teil 2 und 3 greifen. Du kannst eine Trilogie super vermarkten, indem du zum Beispiel über deine Social-Media-Kanäle neugierig machst, wie es mit den Figuren nach dem Showdown am Ende von Teil 1 weitergeht. Idealerweise erschaffst du so eine Fangemeinde, die deine Protagonist*innen und die fiktive Welt, in der sie leben, liebt – und die es kaum erwarten kann, dass der nächste Band aus dieser Reihe erscheint.

Und: Figurenentwicklung, das Erschaffen von Fantasy-Welten oder die Entwicklung deines Schreibstils nehmen am Anfang des Schreibprozesses viel Zeit in Anspruch. Bei einer Trilogie oder Buch-Serie machst du diese Arbeit einmal, bei jedem weiteren Band greifst du darauf zurück. Du musst dir „nur“ immer neue Geschichten und Plot-Twists überlegen.

Am Anfang steht die Idee: Du weißt, in welchem Setting und in welcher Zeit deine Geschichte spielt, du hast die wichtigsten Figuren im Kopf und kennst ihre größten Konflikte. Das ist der Ausgangspunkt für deinen Schreibprozess – und hier spielt es zunächst keine Rolle, wie viele Bücher du dazu planst. Im weiteren Vorgehen ist es allerdings wichtig, ob du eine Trilogie oder eine ganze Buch-Reihe schreiben willst.

Trilogie schreiben:

  • Wenn dir klar ist, dass du deine Geschichte auf drei Bände aufteilst, solltest du im ersten Schritt die Gesamtstory definieren: Was ist der Kern der Geschichte, worin liegt der übergeordnete Konflikt, wie endet die Handlung, welche Entwicklung durchlaufen die wichtigsten Charaktere?
  • Hilfreich ist es, wenn du bei der Planung des Plots und des Spannungsbogens immer in zwei Ebenen denkst: Es sollte einen übergeordneten Bogen geben, der über drei Bände reicht (das gilt für die Spannung und die Entwicklung der Figuren), gleichzeitig sollte jedes Buch auch für sich funktionieren: Du kannst natürlich das Ende offen gestalten, sodass man direkt den nächsten Teil lesen möchte, doch alle Figuren sollten sich innerhalb eines Buchs entwickeln, es sollte immer einen Spannungsbogen geben, der über ein Buch hinweg läuft.
  • Stell es dir am besten so vor, dass du jedem Buch ein kleines Finale verpasst, der große Abschluss aber im dritten Teil stattfindet. Du kannst Cliffhanger am Ende von Band 1 und 2 einbauen, sie sollten aber nicht so offen gestaltet sein, dass sie deine Leser*innen frustrieren – vor allem, wenn die folgenden Bücher noch nicht auf dem Markt sind.
  • So wichtig gute Planung ist: Lass immer Raum für Kreativität und die Magie, die beim Schreiben entsteht. Wie bei allen Büchern ist es auch bei einer Trilogie hilfreich, wenn du den groben Inhalt und Spannungsbogen vor Augen hast, dann aber ganz viel beim Schreiben passieren lässt – manchmal überraschen dich deine Bücher selbst.

Buch-Serie schreiben:

  • In diesem Fall muss dir nicht von Anfang an klar sein, dass es sich um eine Buch-Serie handelt. Vielleicht schreibst du zunächst nur ein Buch und stellst dann fest, dass dir noch viele weitere Fälle oder Erlebnisse einfallen, die du rund um deine Hauptfiguren erzählen könntest.
  • Plane hier jedes Buch als einzelnes Werk. Es ist möglich (und oft sinnvoll), einzelne Nebenaspekte anzuteasern, die neugierig auf die weitere Entwicklung machen. Bei einer Buch-Serie sollte es aber möglich sein, nur ein Buch aus der Reihe zu lesen.
  • Hole die Leser*innen anfangs kurz ab. Du kannst nicht davon ausgehen, dass jeder bereits alle veröffentlichten Bücher aus der Serie gelesen hat. Schreibe deshalb so, dass auch Neu-Leser*innen gut verstehen, worum es geht und wer deine Figuren sind.

Damit deine Trilogie ein Erfolg wird, kannst du dir Best Practices von anderen Autor*innen abschauen – und dabei helfen diese Tipps, von denen du die meisten auch auf Buch-Serien anwenden kannst.

  • Schreibe idealerweise Band 1 und 2, bevor du Band 1 veröffentlichst. So kannst du bei großem Erfolg schnell die Fortsetzung liefern. (Später mehr zum richtigen Timing.)
  • Bleibe deinem Schreibstil treu, auch wenn sich deine Figuren entwickeln und du als Autor*in ständig dazulernst.
  • Halte alle Details fest: Nutze eine Schreib-Software, ein großes Whiteboard oder ein gutes Ablagesystem, um den Überblick zu behalten. Gerade bei Büchern mit mehreren Bänden kann es schwierig sein, alle Details zu Orten, Figuren und früheren Konflikten im Kopf zu behalten. Doch Leser*innen verzeihen es nur schwer, wenn du hier Fehler einbaust.
  • Sei mit deinen Leser*innen in Kontakt: Sobald Band 1 erschienen ist, kann es dir helfen, Feedback einzuholen und es für die folgenden Bücher zu verwenden. Vielleicht bringen dich die Rückmeldungen der Leser*innen sogar auf Ideen für den nächsten Plot.
  • Du wirst sehr viel Zeit mit dem Schreiben deiner Trilogie verbringen, gleichzeitig erfordert jedes einzelne Buch so viel Arbeit, Energie und Durchhaltevermögen wie jedes andere alleinstehende Werk. Deshalb solltest du dir sicher sein, dass du gerne Zeit mit deiner Geschichte und den Figuren verbringst.
  • Kündige eine Trilogie nur an, wenn du sie wirklich veröffentlichst. Stellst du nach Band 2 fest, dass dir die Lust, Zeit oder Energie ausgeht, sorgt das für Frust bei Leser*innen, wenn sie sich auf die Trilogie gefreut hatten.

Du weißt jetzt, wie du es richtig machst. Noch besser gelingt deine Trilogie oder Buch-Serie, wenn du die folgenden Fehler vermeidest:

  • Band 1 zu früh veröffentlichen: Du willst das erste Buch unbedingt auf den Markt bringen, hast aber noch nicht mit Band 2 begonnen und die Story nicht im Kopf? Das kann dich unter Druck setzen und dafür sorgen, dass es dir nur schwer gelingt, den Plot des ersten Teils fortzusetzen.
  • Zu viele neue Figuren: Band 1 war ein Erfolg – und in Band 2 fühlt sich plötzlich alles anders an. Das kann Leser*innen abschrecken, wenn sie sich auf die bekannten Charaktere gefreut haben, plötzlich aber zu viele neue Figuren erscheinen.
  • Band 2 wirkt wie Füllmaterial: Band 1 war ein starker Auftakt, in Band 3 kommt der große Showdown und Band 2 fühlt sich so an, als müsste man nur Zeit und Seiten überbrücken? So verlierst du Leser*innen.
  • Trilogie schreiben, obwohl ein Band reicht: Die Vorteile eines Mehrteilers sind groß, doch wenn dein erstes Buch in sich abgeschlossen ist, die Entwicklung der Figuren keine weiteren Wendungen versprechen und alle Konflikte gelöst sind – dann mach nach einem Band Schluss. Eine Trilogie kannst du dann aus deiner nächsten Idee machen.

Du hast drei Bände geplant und schon in Teilen geschrieben – und fragst dich nun, wann du welches Buch veröffentlichst? Hier gibt es verschiedene Optionen. Wir gehen in allen Varianten davon aus, dass du die Bücher als Self-Publisher*in veröffentlichst und so unabhängig davon bist, welche Strategie sich Verlage für deine Werke überlegen würden.

Sinn macht es, Band 1 und 2 recht schnell nacheinander zu veröffentlichen, idealerweise im Abstand von drei bis sechs Monaten. Das erhöht zwar den Druck auf dich, sorgt aber dafür, dass Leser*innen emotional involviert bleiben, du das Momentum hältst und den Wunsch der Leser*innen, die in der von dir erschaffenen Welt bleiben wollen, schnell erfüllen kannst. Außerdem unterstützen einige Algorithmen von Verkaufsplattformen regelmäßige Veröffentlichungen von Autor*innen. Band 3 kann zum Beispiel nach sechs bis zwölf Monaten erfolgen. Nach zwei Bänden hast du die Leser*innen bereits zu treuen Fans gemacht, die dem dritten Teil etwas länger entgegenfiebern können.

Eine Alternative ist die schnelle Veröffentlichung aller drei Teile – die aber zur Voraussetzung hat, dass alle drei Bände bereits geschrieben sind. Der Vorteil ist, dass du einen regelrechten Hype um deine Bücher erzeugen kannst, dass Leser*innen sie hintereinander weg lesen und die gesamte Story mit anderen Fans diskutieren können.

Wenn du eine Trilogie schreibst, bieten sich viele Wege der erfolgreichen Vermarktung an. Hilfreich ist es, wenn du früh eine Community aufbaust – was vor allem über Social Media oder Newsletter gut funktioniert. Nimm deine Follower*innen mit in deinen Schreibprozess, stelle Charaktere vor, liefere vielleicht sogar Bonusmaterial, das über die Handlung hinausgeht. So tauchen die Leser*innen immer wieder in die Welt aus deinen Büchern ein, was emotionale Bindung erzeugt.

Nutze bei der Buchgestaltung die Kraft der Serie, indem du beim Cover-Design und beim Buchtitel einem einheitlichen Stil treu bleibst. So erkennt man sofort, dass diese Bücher zusammengehören, was das Marketing erleichtert – deine Trilogie oder Buch-Serie wird so zu einer eigenen Marke.

Nutze jedes Buch, um Werbung für das nächste zu machen, was besonders gut über Leseproben am Ende funktioniert. Veröffentliche am Schluss von Band 1 einige Seiten aus Band 2, um einen Vorgeschmack auf das zu geben, was noch kommt.

Vielleicht hast du jetzt bereits entschieden, eine Trilogie zu schreiben (oder die Story auf ein Buch zu beschränken). Falls nicht, bekommst du hier eine Entscheidungshilfe.

  • Eine Trilogie passt zu dir, wenn deine Geschichte so groß ist, dass sie mehrere Bücher füllen kann. Wenn du eine ganze Welt erschaffst, in die Leser*innen immer wieder eintauchen wollen. Wenn deine Story Konflikte erschafft, die sich gut in drei Teile aufteilen lassen. Und wenn es dir Freude macht, lange an deiner Geschichte zu arbeiten und sie langfristig zu vermarkten.
  • Eine Buch-Serie passt zu dir, wenn du eine Welt mit Charakteren entwickelst, in der sich viele einzelne Geschichten abspielen können. Wenn du selbst Lust hast, immer wieder neue Ideen im gleichen Themenfeld umzusetzen. Wenn du in einem Genre schreibst, in dem Serien üblich sind – zum Beispiel Krimis, Thriller oder Romance.
  • Ein Einzelband passt zu dir, wenn deine Geschichte gut in einem Buch zu erzählen ist. Wenn es einen klaren, abgeschlossenen Konflikt gibt, der über einen Spannungsbogen zu lösen ist. Wenn deine Figuren eine Entwicklung durchlaufen, die in einem Buch zu erzählen ist – und bei der jede Fortsetzung erzwungen wirken würde.

Halten wir fest: Ob du eine Trilogie planen und schreiben solltest, hängt davon ab, wie groß die Geschichte ist, die du planst – und wie stark deine Motivation, wirklich lange und ausdauernd an der gleichen Story zu arbeiten. Dann bietet eine Trilogie tolle Möglichkeiten, eine Welt zu erschaffen, die Leser*innen begeistert und bindet. Arbeitest du lieber an immer neuen Ideen und liebst es, dabei verschiedene Stile auszuprobieren? Dann solltest du eher auf Einzelwerke setzen – und hier immer wieder aufs Neue deine Leser*innen in den Bann deiner Bücher ziehen.