Von ISBN hast du sicher schon gehört – als Leser*in und als Self-Publisher*in. Doch über die ISNI-Nummer wissen nur wenige Bescheid, dabei spielt sie in der Buchbranche und für dich als Autor*in eine große Rolle. Warum sie wichtig ist, wie du sie bekommst und wie du deine ISNI-Nummer bei BoD eintragen und deinen Büchern zuordnen kannst: Das erfährst du hier.
Was ist eine ISNI?
Die Grundlage zum Start: Die Abkürzung ISNI steht für „International Standard Name Identifier“, es handelt sich um eine 16-stellige Identifikationsnummer, die weltweit einzigartig ist. Eine solche Nummer erhalten kreative Personen oder Organisationen – also auch Autor*innen. Auch Pseudonyme können einer ISNI zugeordnet werden. Die ISNI basiert auf dem ISO-Standard 27729 und sorgt dafür, dass eindeutig festzustellen ist, wer Urheber*in eines kreativen Werks ist. Ein Beispiel: Gibt es zwei Autorinnen mit dem Namen Sonja Wagner, erlaubt die ISNI eine klare Zuordnung, welches Buch zu welcher Autorin gehört – Verwechslung ausgeschlossen.
Warum ist eine ISNI wichtig?
Den wichtigsten Grund hast du bereits erfahren: Die ISNI sorgt dafür, dass deine Werke dir zugeordnet werden können. Und das ist mehr als ein netter Service den Leser*innen gegenüber, wie die folgenden Faktoren zeigen.
Eine ISNI sorgt dafür:
…dass Rezensionen oder Bibliotheksdaten nicht fälschlicherweise der falschen Person zugeordnet werden.
…dass deine Auffindbarkeit im Handel leichter ist. Durch die ISNI wird dein Buch sauber einsortiert und alle Datenbanken und Online-Shops können direkt auf deine Titel zugreifen.
…dass du einheitliche Metadaten über alle Plattformen hinweg hast. Das ist vor allem wichtig, wenn du auf mehr als einen Verkaufskanal setzt.
…dass Verwertungsgesellschaften (zum Beispiel die VG Wort) genau wissen, welche Werke zu welchen Autor*innen gehören – und korrekt Tantiemen ausschütten.
…dass du auch im globalen und internationalen Handel klar auffindbar bist und deine Sichtbarkeit als Autor*in so gestärkt wird.
Wo findest du die ISNI (falls du schon eine hast)?
Du siehst: Als Autor*in ist es wichtig, über eine ISNI zu verfügen, die du für die weitere Laufbahn deines schreibenden Lebens behältst. Bevor wir zu der Anleitung kommen, wie du eine ISNI beantragst, solltest du checken, ob du vielleicht bereits eine solche Nummer hast.
Falls du bereits ein Buch veröffentlicht hast – und zwar so, dass es im Verzeichnis lieferbarer Bücher gelistet und über den Buchhandel zu beziehen ist – dann hast du mit großer Wahrscheinlichkeit bereits eine ISNI. Denn die Deutsche Nationalbibliothek und die MVB (dazu gleich mehr) haben bereits viele Autor*innen automatisch aus den verfügbaren Daten registriert. Wo du das herausfindest? In der Online-Suche der MVB. Hinter der Abkürzung verbirgt sich die Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH, sie ist für die Vergabe der ISNI-Nummer in Deutschland verantwortlich.
Über diesen Link kannst du herausfinden, ob für deinen Namen bereits eine ISNI registriert ist. Schaue hier auch gegebenenfalls nach Pseudonymen oder alternativen Schreibweisen deines Namens (z.B. mit Zweitname), um sicherzugehen, dass du noch nicht registriert bist.
Du hast eine ISNI gefunden, die deinem Autor*innen-Namen zugeordnet ist? Dann speichere sie ab und gib sie bei allen künftigen Veröffentlichungen an (wie das bei BoD geht, erfährst du später). Wenn es für dich noch keine ISNI gibt, solltest du sie nun beantragen, um sie für deine Veröffentlichungen zu nutzen.
ISNI-Nummer beantragen
Willst du eine ISNI erhalten, um dich als Autor*in international erkennbar zu machen, kannst du diese ganz unkompliziert bei der MVB beantragen. Sie ist die offizielle ISNI-Agentur in Deutschland. Du füllst dafür online eine Registrierung aus und erhältst kurz darauf deine Nummer. Was es kostet, eine ISNI-Nummer zu beantragen? Du zahlst einmalig 5 Euro brutto an die MVB, im Anschluss fallen keine weiteren Kosten an. Die MVB prüft deinen Antrag und deine Angaben und wenn alles korrekt ist, erhältst du kurz darauf deine Nummer. Diese gilt von nun an langfristig und du kannst sie mit all deinen Büchern verknüpfen, um klar zu machen: Dieses Buch hast du geschrieben.
Ist eine ISNI für Autor*innen Pflicht?
Bei all den Vorteilen und der einfachen Beantragung einer ISNI spricht eigentlich nichts dagegen, dass du dir als Autor*in eine solche Nummer zulegst. Wenn du dich trotzdem fragst, ob du eine ISNI brauchst: Ja – wenn du möchtest, dass dein Buch im Handel erhältlich ist. Seit 2025 ist es verpflichtend, dass jedes Buch einer ISNI zugeordnet wird, wenn es im Verzeichnis lieferbarer Bücher gelistet sein soll. Dieses Verzeichnis (VLB genannt) sorgt dafür, dass Buchhandlungen im deutschsprachigen Raum dein Buch jederzeit bestellen und verkaufen können. Das bedeutet also: Schreibst du ein Buch für den privaten Gebrauch oder möchtest nur im engeren Umfeld ein paar Exemplare verteilen, kannst du auf eine ISNI verzichten. Soll dein Buch verkauft werden und im Buchhandel verfügbar sein, dann ist eine ISNI Pflicht.
Wie unterscheiden sich ISNI und ISBN?
Vielleicht hast du dich gefragt, wozu du eine ISNI brauchst, wenn deine Bücher doch bereits über ISBN-Nummern verfügen – und auch diese Nummern weltweit einzigartig und so eindeutig zuzuordnen sind. Der Unterschied: Eine ISBN gilt immer für einen einzelnen Titel. Jedes neue Buch, das du schreibst, erhält eine eigene ISBN. Die ISNI ist dein Erkennungsmerkmal als Autor*in, alle Bücher werden inklusive ISBN deiner ISNI zugeordnet. Vor allem, wenn du langfristig als Autor*in tätig sein und immer neue Bücher schreiben willst, solltest du also eine ISNI haben und sie mit all deinen Werken verknüpfen. Eine ISNI stärkt deine Autor*innenmarke.
Und wie hängen ISNI und ORCID zusammen?
Vielleicht ist dir schon einmal die Abkürzung ORCID begegnet – vor allem, wenn du (auch) im wissenschaftlichen Kontext schreibst. Die „Open Researcher and Contributor ID“ verfolgt ein ähnliches Ziel wie die ISNI, sie ist allerdings speziell für Wissenschaftler*innen und Forschende entwickelt. Diese Nummer ermöglicht es, Publikationen, Patente oder Forschungsbeiträge einer Person zuzuordnen. Wer bereits eine ORCID hat, kann die ISNI damit verknüpfen. So sind alle Veröffentlichungen – im wissenschaftlichen Bereich und auch alle Bücher – klar einem Autor oder einer Autorin zuzuordnen.
Fazit
Du siehst also: Eine ISNI kann für dich als Autor*in nur von Vorteil sein und ist verpflichtend, wenn du mit deinen Büchern eine große Menge an Leser*innen erreichen willst. Schau also am besten direkt nach, ob du bereits eine solche Nummer hast, sonst beantrage sie und reiche sie bei BoD ein – ein wichtiger Baustein für deine weitere Karriere als Autor*in.