Kochen mit Morbus Crohn oder eine Entgiftung mittels Saftkur – beides sind auf den ersten Blick Buchthemen für eine spitzere Leser*innenzielgruppe. Doch es zeigt sich, dass…
Die meisten Verlage scheuen Titel, deren Zielgruppe und Erfolgschancen sich nicht unmittelbar abschätzen lassen. Auf den Bestsellerlisten tauchen jedoch immer häufiger sogenannte Nischentitel auf. Das zeigt, dass es gerade für speziellere Themen rundum Tiere, Hobbies, Gesundheit oder Ernährung eine hohe Leser*innennachfrage gibt. Viele Autor*innen sehen das enorme Erfolgspotenzial, insbesondere im Ratgeber-Bereich mit individuellem Fokus, und veröffentlichen ihre Titel in Eigenregie. Noch viele weitere Argumente sprechen dabei für Self-Publishing: So genießen die Autor*innen große inhaltliche und gestalterische Flexibilität, erhalten hohe Autorenmargen und behalten die alleinige Entscheidungsfreiheit bei ihrer Veröffentlichung.
Als Self-Publisher*in mit Trendthemen in den Buchhandel
Nur ein Bruchteil der bei Verlagen eingereichten Manuskripte findet jemals seinen Weg in den Buchhandel. Eine Ablehnung heißt keineswegs, dass ein Manuskript kein Erfolgspotenzial hat. In vielen Fällen passt das Buchthema schlicht weg nicht zum Themenspektrum oder Genreschwerpunkt der Verlage, da die Zielgruppe nicht genau kalkulierbar ist oder breit genug erscheint. Zudem planen Verlage ihre Programme meist langfristig. Umso besser, dass Self-Publisher*innen ihr Buch jederzeit veröffentlichen können. Und je individueller oder aktueller das Buchthema ist, umso höher sind die Erfolgschancen und umso weniger Konkurrenz gibt es.
Immer mehr Buchhändler*innen setzen bei der Auswahl ihrer Titel auf Nischenthemen. Denn häufig sind die Nischenthemen von heute die Trendthemen von morgen. Und Buchhändler*innen sind stets auf der Suche nach Titeln abseits des Mainstreams, mit denen sie ihren Kund*innen einen Mehrwert bieten und sich abgrenzen können. Auch die Nachfrage nach regionalen Autor*innen und Themen ist im stationären Buchhandel hoch. Eine ideale Möglichkeit für Autor*innen, Trendthemen frühzeitig zu entdecken und für die eigene Buchveröffentlichung zu nutzen.
So findest du dein Nischenthema
Wenn Menschen sich für ein Thema interessieren oder ein Problem haben, suchen sie nach Informationen – und das oftmals in Büchern. Themen und potenzielle Leser*innen gibt es also zu Tausenden.
Du hast eine Leidenschaft oder Expertise auf einem speziellen Gebiet? Perfekt, dann wirst du zu der Person, die Antworten auf Fragen rund um dieses Thema liefert. Ob medizinisches Fachgebiet, ein besonderes Hobby oder Spezialwissen rund um Tiere – positioniere dich als Expert*in. Anders als ein Verlag, bist du selbst sehr nah an den Leser*innen und am Thema. Du weißt vermutlich am besten, welche Fragen es rund um das Thema gibt und wozu sich nur schwer die passende Literatur finden lässt. Biete Leser*innen dieses Wissen und Erfahrungen aus erster Hand. Zusätzlich zu deiner Buchveröffentlichung kannst du deine Positionierung als Expert*in mit einem Blog, regen Social Media-Aktivitäten oder regelmäßigen Podcasts unterstützen und deine Reichweite steigern.
Eine mögliche Herangehensweise bei der Suche nach der Nische innerhalb deines Themas, ist die Definition deiner Zielgruppe. Menschen lassen sich in viele verschiedene Gruppen unterteilen. So lässt sich eine Segmentierung nach Geschlecht oder Alter, nach sozialem oder wirtschaftlichem Stand oder nach ethnischer Zugehörigkeit vornehmen. Genau so lassen sich Kategorien nach Beruf, nach Interesse oder nach Hobbies bilden. Jeder Mensch gehört einer Vielzahl an Gruppen an. Es gibt unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten.
Überlege dir schon zu Beginn deines Buchprojektes, welchem Zweck dein Buch dienen soll und welche Bedürfnisse deine Leser*innen haben könnten. Verfügen die Leser*innen eventuell schon über fortgeschrittenes Wissen auf dem jeweiligen Gebiet oder sind sie völlige Neulinge? Mit einer bestimmten Kategorie von Leser*innen im Hinterkopf wird es dir leichter fallen, den Schwerpunkt deines Buchthemas zu finden und eine geeignete Ansprache zu wählen. Je passender die Ansprache und treffender Ihre Inhalte, desto höher sind deine Chancen, Leser*innen zu überzeugen und dauerhaft zu binden.
Deine Leser*innen gezielt erreichen
Damit ein Buch gelesen werden kann, muss es natürlich auch von potenziellen Leser*innen entdeckt werden. Doch wie kannst du als Self-Publisher*in die Auffindbarkeit deines Buches unterstützen? Eine genaue Genre-/ Themenzuordnung ist eine wichtige Basis. Mit geschickt gewählten Schlagworten (Metadaten) innerhalb deines Buchtitels, des Klappen- und Werbetextes sowie der Katalogdaten beeinflusst du die Auffindbarkeit deines Titels maßgeblich.
Versetze dich in die Situation deiner Leser*innen: Nach welchen grundlegenden Informationen oder individuellen Themen könnten diese suchen? Welche Suchbegriffe würden sie in Suchmaschinen oder Buchshops eingeben, auch wenn sie noch gar nicht bewusst nach einem konkreten Buch suchen würden? „Fange“ genau diese potenziellen Leser*innen mit den passenden Schlagworten ab.
Je weniger Treffer die Schlagworte in den Buchshops ergeben, also je individueller diese sind, umso höher sind auch deine Chancen, auf eine Titel-Platzierung auf den ersten Seiten. So ergibt die Suche nach einem Morbus Crohn-Rezeptbuch mit dem Schlagwort „Backbuch“ bei Amazon nur 126 Treffer, mit dem Schlagwort „Kochbuch“ über 600.
Leser*innen, die sich für eine Detox-Diät auf Basis einer Saftkur interessieren, suchen mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem Suchbegriff „Saftkur“ – gegebenenfalls in Kombination mit dem Wort „Entgiftung“ – nach passenden Büchern. Ob direkt im Titel, im Untertitel oder als Schlagwort – dieser Begriff sollte unbedingt in den Katalogdaten des Buches hinterlegt sein.
Gibt man im Thalia Buchshop den Suchbegriff „Saftkur“ ein, stößt man direkt auf den BoD-Ratgeber „Das Saftkur Buch“. Diesen wichtigen Suchbegriff hat die Autorin in den Titel integriert. Ergänzende Schlagworte finden sich im Untertitel „Der Ratgeber mit 100 Rezepten für eine effektive Säuberung des Körpers – Inklusive 7 Tage Anleitung, Wochenplaner sowie Pulver-, Saft-, Suppen- und Smoothierezepte“.
Bei „Hilfe, Hurra, die Gutachterin kommt!“ handelt es sich nicht um ein Rezeptbuch, sondern einen Ratgeber, der auf persönlichen Erfahrungen in der Pflegebegutachtung basiert. Logisch, dass der Begriff „Pflegebegutachtung“ sowohl als Schlagwort als auch im Untertitel des Buches Verwendung findet.

