Die #BoDSchreibwerkstatt: Schreibimpuls 2

Neues Jahr, neue Schreibaufgabe. Bist du bereit?

Du schreibst gerne Geschichten, brauchst neue Inspiration und möchtest dich einer kleinen Aufgabe stellen? Dann bist du hier genau richtig!

In regelmäßigen Abständen teilen wir #Schreibimpulse im Rahmen unserer #BoDSchreibwerkstatt auf unserem Blog und Instagram-Account. Wenn du eine Aufgabe siehst, die dir gefällt, schreibe einfach einen Dialog, eine kleine Kurzgeschichte oder deine Gedanken dazu unter den Beitrag.

Hinterlasse zusätzlich gerne Kommentare zu den Werken anderer Autor*innen. So können wir uns alle gegenseitig unterstützen, Feedback geben und vernetzen!

Bereit? Dann starten wir mit der zweiten Aufgabe:

Verfasse einen kurzen Text als Kommentar unter diesen Post oder unter unserem Instagram-Beitrag zu unserem Schreibimpuls „Schreibe über zwei Personen, die sich zum ersten Mal sehen.“


Selbstverständlich kannst du auch einen längeren Text auf deinem Account dazu schreiben. Verwende dann gerne den Hashtag #BoDSchreibwerkstatt und markiere uns in deinem Beitrag.

Wir freuen uns auf deine Antwort!

Autorin

Jessy Halermöller

Jessica Halermöller

ist seit 2018 für den Bereich Content- und E-Mail-Marketing bei BoD verantwortlich und betreut neben dem Blog und Newsletter für Autor*innen auch die Social-Media-Kanäle des Unternehmens. Wenn sie privat nicht gerade Boulderwände hochklettert, liest sie am liebsten Gegenwartsliteratur und Fantasyromane.

weitere Artikel

Kommentare

  • „Hi“ -„Hi“ Leander lief ein wenig rot an. Susa kannte er von ihren Bildern im Insta. Also, quasi nur diese tollen Landscfhaftsbilder, nicht Susa persönlich. Er hatte immer wieder ein“like“ unter den Fotografien dagelassen oder einen netten Kommentar. Jetzt also stand sie vor ihm. Ein Eis in der rechten, die andere Hand in der Hosentasche. „Ähm, ich, ich bin , Leander, lean7zwo1,“ „Ah , sagte sie und biss in ihre Eiskugel. Leander schmerzten schon vom Zugucken die Zähne. „Wusste gar nicht, das du hier in de Stadt wohnst.“ Er wirkte etwas unbeholfen. ‚Sag endlich was gescheites zu ihr‘ flüsterte seine innere Stimme. Susa wandte sich zum gehen. „Nö, wohn hier nicht.“ Ihr war der Typ zu langweilig. Obwohl er ganz niedlich ausah, mit seinem roten Haaren und den Sommersprossen. Das noch jemand rot werden konnte. Er packte sich ein Herz, atmete tief durch. Dann: „wenn du eine Location für dein Bilder suchst, ich wüsste da was.“ Na, das klang doch schon ganz anders. Sie blieb stehen. „Ok wenn du dir en Eis wollen willst, warte ich auf dich.“ Leander grinste. ‚Jaa, tschaja, sagte sein innerer Schweinehund.

    • Diese Geschichte von den drei erstellten Texten gefällt mir am besten von ihnen. Ich schreibe derzeit selbst, und zwar schon eine Zeitlang, erstmals an einem Kapitel-Roman, und da geht es gerade ebenso um die Begegnung zweiter Personen (Nachbarn sozusagen in einer neuen Gegend/Stadt), und da finde ich die vorgenannte Beschreibung der Autorin sehr gut! Weiter so! Mit meinen eigenen Texten wird es noch eine lange Weile dauern – die Zusammenarbeit mit dem Lektorat (Hornauer,MÜnchen) beansprucht natürlich ebenso seine Zeit, aber es wird werden. Alsdann werde ich erneut mit BoD mein Buch veröffentlichen! Frei‘ mich jetzt schon d’rauf! BoD gefällt mir sehr gut, einfach erklärend und korrekt! Bis demnächst irgendwann auf dieser Seite! Helga 27. Januar um 10:30 Uhr

  • Da stand er nun … das erste Mal sah ich ihn in real. Bisher kannte ich ihn nur von einem Foto. Mein Herz fing sofort an wie wild zu schlagen. Sollte ich einfach auf ihn zugehen und ihn ansprechen? Vielleicht sieht er mich nicht so, wie ich ihn sehe …
    Ich nahm allen Mut zusammen. „Hey, Lust auf eine Partie Billard?“, fragte ich ihn. Er grinste mich an. „Warum nicht?“ Warum grinste er so? Hört er, wie mein Herz bis in den Hals schlägt? Sehe ich irgendwie komisch aus? Hab ich was Falsches gesagt? Wir gingen an den Tisch – ich wackelte dabei eher, weil sich meine Beine wie Gummi anfühlten. Als wir im Spiel waren, beruhigte ich mich langsam wieder. Hier war ich in meinem Element und ich wagte es, mit ihm zu flirten. Nach dem Spiel gingen wir an die Theke, um auf meinen Sieg anzustoßen und das Flirten zu vertiefen. Ehrlich, wie ich war, gestand ich ihm, dass ich verheiratet bin – ich wollte ihn ja auch nicht gleich heiraten und dachte, damit sind die Fronten direkt geklärt. Als die Bar schließen wollte, wagte ich den letzten entscheidenden Schritt: „Kann ich Dich vielleicht mitnehmen? Ich bin mit dem Auto da.“ Er sah mich kurz an und sagte nur, „Nein danke, ich komme schon nach Hause“. Peng, der hat gesessen. Das war eine Abfuhr ersten Grades.
    Wir sind inzwischen seit 23 Jahren verheiratet. Es war Liebe auf den ersten Blick, dagegen kann man sich nicht wehren. ;-)

  • Das besondere unerklärliche Gefühl, traf mich unbewusst so unerwartet, es versetzte mich in eine andere Dimension der Emotionen. Zum ersten Mal begreife ich den Satz: Einem bleibt der Atem weg!! Nichts ahnend am Luft schnappen versuche ich zu begreifen was passiert gerade mit mir? Ich überlege der Situation zu entkommen, einfach umkehren und weiter gehen. Doch meine Füße tragen mich als würde ich Schweben, die Anziehungskraft ist zu stark, ich sehe dein Mund bewegt sich doch ich höre nichts als reine Stille in meinen Ohren. Ich sehe dein Lächeln, das Strahlen in deinen Augen, diese Energie der Verbundenheit, ließ uns beide bei unserem ersten Hallo Wissen: Mit dir an meiner Seite von nun bis in alle Tage……

  • Es war ein lauer Sommerabend und ich war auf dem Weg in meine Stammbar. Ich bugsierte meinen alten Volvo in eine Parklücke vor der Bar und schwang mich durch den Eingang. Als ich mich gerade auf meinen Stammplatz an der Bar setzen wollte sah ich sie. Eine blonde Schönheit in einem strahlend weißen Kleid, mit endlos langen Beinen und hohen Schuhen. Ihre blauen Augen strahlten wie die Sterne am Himmel und ich bekam Gänshaut bei ihrem Anblick. Als sie mich anblickte stockte mir der Atem und ich setzte mich beinahe neben den Barhocker anstatt darauf. Hastig bestellte ich einen Whiskey bei dem hämisch grinsenden Barkeeper. „Was grinst du so? Noch nie daneben gesetzt?“, fragte ich ihn mit einer abfälligen Handbewegung. Er lachte mich an und schob mir mein Glas über den Tresen. „Nein, noch nie.“, grinste er. Ich konnte meine Blicke ich von der wundervollen Frau lassen und immer wenn sich unsere Blicke trafen stockte mir kurz der Atem. Nach einiger Zeit fasste ich all meinen Mut und wollte zu ihr rüber gehen, da erhob sie sich von ihrem Hocker und kam auf mich zu. SIe bewegte sich so grazil wie ein Panther, ihr blondes Haar schwang bei jedem Schritt mit und als sie bei mir angekommen war hielt sie inne. Ich blickte ihr tief in die Augen und versank in einem tiefblauen See. Sie packte mich am Nacken, zog mich heran und küsste mich ohne vorher ein Wort zu sagen. Ich griff nach ihrer Hüfte, zog sie dicht an meinen Körper und erwiderte ihren Kuss leidenschaftlich. Ihre Hände glitten durch meine Haare und jede Pore meines Körpers begann zu vibrieren. So einen Kuss hatte ich noch nie erlebt. Mir wurde schwindelig und heiß aber ich konnte einfach nicht aufhören. Unsere Lippen pressten sich aneinander und unsere Zungen spielten wild miteinander. Immer fester presste sie ihren Körper an den meinen und ich konnte mich nicht mehr beherrschen, packte sie am Gesäß, hob sie hoch und setzte sie mit einem Ruck auf meinen Barhocker. Dann strich ich mit meiner Hand ihre Bein entlang übers Knie hinauf zum Oberschenkel und dann weiter unter ihr Kleid bis ich ihr Höschen erreicht hatte. Ich riss es ihr mit einem Ruck vom Leib und sie packte mich an der Hose. Sie riss mir den Gürtel auf, streifte meine Hose nach unten und zog mich fest an ihren bebenden Körper. Ich grub meine Hände in ihr Gesäß und gerade als ich in sie eindringen wollte kippte der Barhocker nach hinten und ich schlug mit dem Kopf auf den Tresen. Ich schreckte auf, griff mir an den Kopf und da bemerkte ich dass ich alleine an der Bar saß. Die etlichen Whiskeygläser vor mir ließen darauf schließen dass ich schon einiges intus hatte und als ich mich aufrichtete entdeckte ich die Zeitung auf der mein Kopf gelandet war. Ich blickte erschrocken auf die Werbeanzeige einer Parfummarke und erkannte die blonde, wunderschöne Frau in dem weißen Kleid…….Schade, alles nur ein Traum

  • Sie hatte Langeweile. Beruflich hatte es sie auf ein kleines Dorf verschlagen, fernab ihrer Heimat. Was sollte sie abends tun, außer lesen? Eine Kollegin animierte sie. „Komm doch mit zu unserer Gymnastikgruppe, der Trainer ist sehr nett“. In der Turnhalle angekommen, zog sie sich um und legte ihre Brille ab. Sie sah trotzdem noch genug. Dann kam er – jung, schlank und mit einem sympsathischen Lächeln. Ihr Herz begann zu klopfen, als sich ihre Blicke trafen. Und als er sie zufällig berührte, erzitterte ihr ganzer Körper. Wie es weiterging? Das ist eine sehr, sehr, lange Geschichte …

  • – Ein sehr effektives Gespräch –
    (Eine Sehr-Kurzgeschichte von Christian Gloggengießer)

    Ein Mann im feinen Anzug wird in einen Warteraum gebracht. Dort sitzt bereits eine Frau.
    »Guten Morgen. Warten Sie auch auf Ihr Vorstellungsgespräch?«
    »Nein. Ich bin frische Geschäftsführerin eines Dienstleistungsunternehmens, in dem der Kundenkontakt der Mitarbeiter und deren Teamarbeit erfolgsentscheidend sind. Und ich habe da so meine Probleme bei den Einstellungen in leitende Positionen. Und hier darf ich ´mal nach Stoppuhr effektive Vorstellungsgespräche üben.«
    »Ach so. Na ja. Also ich mache mir das bisher immer ganz einfach: Wer meiner Meinung ist, soll genommen werden, wer nicht, den brauche ich nicht im Team! Das müssen Sie sich schon ´mal merken.«
    »Sie bewerben sich also hier um eine leitende Position.«
    »Ja, selbstverständlich. Sieht man mir das nicht an?«
    »Und sollte man Personen in leitender Funktion einstellen, die nur ihre eigene Meinung für richtig halten?«
    »Na ja, nur so kann ich ein Team führen. Wie denn sonst? Oder?«
    »Und warum bewerben Sie sich hier?«
    »Na ja, hier warten größere Aufgaben auf mich mit besserer Bezahlung.«
    »Danke, das genügt mir völlig!«
    »Okay.«
    Beiderseitiges Schweigen und in die Luft schauen. Nach wenigen Minuten öffnet sich die Tür und der Mann im feinen Anzug wird höflich verabschiedet.
    »Und mein Vorstellungsgespräch?«
    »Das hatten Sie ja gerade. Wir rufen Sie an. Danke.«

  • Liebe auf den ersten Blick?
    Wie ein Blitz durchzieht es Julia, als sie Robert auf dem Tennisplatz begegnet. Robert schaut in diese himmelbblauen Augen und ist verloren .
    Julia wirft strahlend beide Hände in die HÖHE und jubelt:“Gewonnen.“
    Helen erwiedert: „Ich fordere Revanche.“
    Lächelnd und fröhlich verließen die beiden den Platz um auf die Terasse zu gelangen.
    Robert hatte die beiden Tennisspielerinnen nicht aus den Augen gelassen. Wie ein Blitz durchzog es Julia, als ein Mann ihre Aufmerksamkeit erregte. Lässig an das Gelände gelehnt schaute er ihr aufmerksam entgegen. Er war etwa einen Meterachtzig groß ,schlank und seinem Blick schien nichts zu entgehen.
    Das Blut pulsierte schneller durch seine Adern. Auf diese Begegnung war er nicht vorbereitet
    Mit halbgeschlossenen Augen beobachtete er, wie sein Freund Alexander die schönen Frauen mit einem liebevollen Kuss auf die Wange begrüßte .“ Julia“, so atellte er die Fremde vor. „mein Studienkollege Robert“. Robert verbeugte sisch leicht , trat dicht an Julia heran, hielt ihre Hand und fühlte ein leichtes Zittern. Er sah sie an und verlor sich in diesen himmelblauen Augen. Er wusste genau, dieses war die Frau auf die er gewartet hatte….
    …dies ist eine Passage aus meinem allerersten Buch Julia- eine bemerkenswerte Frau …viel Lesevergnügen wünscht euch eure Karin Maria Goller Autorin aus Gomadingen….

  • Das Eis

    Fasziniert schaute ich auf ihr Eis. Schlanke Finger umfaßten das Hörnchen mit 2 Kugeln. Grün und rot leuchteten sie. Eine rosa Zunge glitt nahezu zärtlich über da gefrorene Rund und verschwand genießend in ihrem Mund. Zwei schmale Lippen schloßen sich und lächelten. Der Genuß war ihr anzusehen. Lange braune Haare, die ihr bis auf die Schulterblätter reichten, umrahmten ihr schmales Gesicht. Braune Augen leuchteten darin und blickten mich an. Ihr Gesicht war ohne Falten, ihre Augenbrauen zwei schmale Striche. Ihr Ponyschnitt bedeckte ihre halbe Stirn. Es war warm in der Sonne. Sie trug ein schwares Tshirt mit tiefem Ausschnitt und ließen einen Einblick auf ihre vollen Brüste zu. Ein Jeansrock und knielange Leggins führten hinab zu ihren bunten Sneakers.
    Die Unbekannte mit dem Eis saß mir schräg gegenüber wie ich auf einer Bank in der Fußgängerzone unserer Stadt. Erneut öffnete sich ihr Mund und ihre Zunge glitt anmutig über die rote Kugel. Fast sinnlich erotisch umrundete sie die Eiskugel und mit einer Spur Eis auf de Zunge verschwand diese wieder in ihrem Mund. Zu Keiner Zeit hatte sie den Augenkontakt zu mir verloren. Wieder dieses wunderschöne Lächeln. Galt es etwa mir? Oder war es nur die Reaktion auf das Geschmackserlebnis an ihren Sinnesknospen im Mund? Mein Eisbecher stand noch leer neben mir. Was mochte sie sich genommen haben? Minze und Erdbeer? Oder Pistazien und Himbeere? Ich selbst hatte zwei Kugeln im Becher gehabt, Minze und Kaffee. Ihre Augen wirkten wie ein Moor, das feucht in der Sonne glitzert. Mein Blick schien in ihren Augen zu versinken. Sie fesselte mich. Ich wagte es nicht den Blick von ihr zu lassen. Ihre Beine hatte sie übereinander verschränkt. Ihre ganze Figur war schmaler Statur, ihre Beine, ihre stofffreien Arme. Einen leichten Haarflaum konnte ich auf ihren braun gebrannten Unterarmen im Sonnenlicht leuchten sehen. Ich war fasziniert von ihr.
    Diesmal schob sie die ganze Kugel zwischen ihre Lippen und umrundete sie sinnlich. Ihr Blick galt immer noch mir. War das eine Botschaft? Spielte sie mit mir? Ich schätzte sie Anfang zwanzig, ich wäre demnach zehn Jahre älter. Meine kurzen fuchsfarbenen Haare, könnten sie ihr Interesse geweckt haben? Was gab es interessantes an mir? Ich trug selbst ein schwarzes Tshirt unter einem schwarzen Polohemd, lange Jeans und leichte Wanderschuhe. In meinen eigenen Augen eher unauffällig. Ohne irgendwelchen Schnickschnack. Sie hingegen an jeder Hand einen schmalen Silberling und im Ausschnitt entdeckte ich eine dünne, ebenfalls silbergliedrige Kette. Ihre Ohren trugen kleine Stecker, silbern und glitzernden in der Sonne.
    Wieder öffnete sich ihr Mund und umschloß die obere rote Kugel. Das Eis verschwand halb in ihrem Mund, sie drehte das Hörnchen und gab die Kugel wieder frei. Ein paar Augenblicke später glitt ihre Zungenspitze über ihre Lippen und nahm das restliche Eis auf. Sie lächelte mich an. Ihre Beine öffneten sich und sie stand auf, kam zu mir rüber und blieb schräg vor mir stehen.
    – darf ich mich zu Dir setzen? Ihre Stimme! Ein Schauer durchfuhr mich. Warm, sinnlich, verführerisch sanft klangen ihre Worte in mir nach.
    – gerne!

    Axel Thon

  • Es war Freitagmorgen. Ein Tag wie jeder andere, er begann ruhig, geradezu unaufgeregt. Der Kaffee blubberte gemächlich in der Maschine und der Klecks gesalzene Butter schmolz augenblicklich auf seinem noch warmen Croissant. Carsten richtete seine gestreifte Krawatte, ein Geschenk seiner Mama, und biss genüsslich in das süße Teilchen. Er liebte das schlichte, vorhersehbare Leben. Manch einer könnte, böse, von Monotonie sprechen. Aber ihm gefiel es. Der Kaffee war durchgelaufen und Carsten griff zufrieden nach der ersten Tasse. In diesem Augenblick ertönte vor seiner Wohnungstür ein Schrei. Das Geräusch war so hoch und grell, dass es ihm durch Mark und Bein fuhr. Eigentlich eher gemütlicher Natur, sprang er auf und war in wenigen Schritten bei der Haustür. Vor ihm stand, nein sprang ein wütender kleiner Zwerg mit in allen Richtung zerzausten Haaren, auf und ab. Der kleine Wicht hatte seine klebrigen Hände zu wütenden Fäusten geballt und die roten Wangen aufgebläht. Noch bevor Carsten Verstand was los war, öffnete der kleine Mensch seinen Mund um erneut zu schreien. Ohne groß nachzudenken, ging Carsten vor dem Jungen in die Kniee und blickte ihm in seine dunklen Tränenverhangenen Augen. „Hey kleiner Mann, was ist denn los?“ Der Junge verstummte sichtlich irritiert und zeigte auf seine roten Gummistiefel. „Mama, nein, sagt. Zu kalt!“ Schniefte er und zeigte anklagend auf eine junge Frau die amüsiert im Türrahmen gegenüber lehnte. Carsten lächelte verschmitzt und hielt ihm die Hand hin. „Du bist also mein neuer Nachbar, ich heiße Carsten.“ Die kleinen von Marmelade und Brötchenkrümmel verschmierten Finger legten sich in seine: „Tom“. Und Carsten wunderte sich bei dieser Berührung. Wie wunderbar die Begegnung mit einem Menschen sein konnte, den man zum ersten Mal sah.

  • Die allererste Begegnung
    (25.02.2022)

    Kikis erste Karate-Gürtelprüfung! Mit Feuereifer hatte sie dafür trainiert, zusammen mit den anderen Schülern unter Anleitung ihres Vaters und Sensei. Früh hatte sich die aufgeregte Karatejugend, die jüngsten Anfänger, an der großen Sporthalle im Schulzentrum eingefunden, wo die Prüfungen stattfanden. Natürlich war Kikis Verein, genauer der Verein ihres Vaters, „Karateteam Sporthotel Wagenschmied“, nicht der einzige, dessen Schüler heute zur Prüfung antraten. Viele, mehr oder weniger große Gruppen hatten sich eingefunden. Und in dem Gewimmel der großen Sporthalle entdeckte Kiki diesen Jungen. Größer und sicher auch etwas älter als sie. Ein Japaner, wie auch sein Sensei, der offensichtlich ebenfalls sein Vater war. Warme, braune, mandelförmige Augen, wuschelige, schwarze Haare und eine ausgesprochen niedliche Nase. Der Junge trug bereits den gelben Gürtel, den Kiki sich heute zu verdienen strebte. Dann machte er wohl die Prüfung für Orange. Irgendwann trafen sich ihre Blicke, mehr zufällig und Kiki lächelte ihn an. Er grinste fröhlich zurück.

    Cho war längst nicht mehr so aufgeregt wie beim ersten Mal. Eigentlich gab es zur Aufregung auch gar keinen Grund. Schließlich hatte er gewissenhaft jeden Tag alles zigfach wiederholt und geübt, was für die Prüfung zum orangen Gürtel erforderlich war. Trotzdem, eine Prüfung war immer etwas anderes, als einfach nur zu trainieren. Eben aufregender. Und dann war da dieses Mädchen, das er noch nie gesehen hatte. Klein und spillerig, mit blonden Zöpfen und großen, strahlendblauen Augen. Irgendwie schaute die ständig zu ihm rüber und immer ganz schnell wieder weg. Doch dann … lächelte sie ihn plötzlich an. Nein, lächeln traf es nicht wirklich. Das war ein Strahlen, als würde die Sonne aufgehen. Hätte sein Vater nicht angeordnet, dass alle seine Schüler als Gruppe zusammenbleiben sollten, statt wild überall rumzulaufen, er wäre am liebsten einfach zu diesem Mädchen hingegangen.
    „Karateteam Sporthotel Wagenschmied“ stand auf dem Rücken ihres Gi. Von denen hatte er schon gehört und das Sporthotel war ohnehin stadtbekannt. Sein Vater jedoch schien auf deren Sensei, den Inhaber des Hotels, nicht besonders gut zu sprechen zu sein. Aber dafür konnte dieses süße Mädchen schließlich nichts.

    Die Prüfungen begannen und Cho beobachtete dieses Mädchen genau. Wie konzentriert und entschlossen sie zur Sache ging! Und trotzdem merkte er deutlich, wie nervös sie war. Und wie jubelnd glücklich und stolz, sobald sie erfahren hatte, dass sie bestanden hatte. Ordentlich und bedächtig band sie sich den wohlverdienten, gelben Gürtel um den Bauch. So sehr, wie diese Kleine ihn ablenkte, hätte er selbst um ein Haar seine eigene Prüfung verpatzt. Bekam dafür von seinem Vater auch den entsprechenden Rüffel wegen seiner Unkonzentriertheit aber immerhin trotzdem den orangen Gürtel.
    Allgemeine Aufbruchsstimmung, nachdem auch die letzten Prüfungen abgelegt worden wa-ren. Und Cho fragte sich, ob und wann er sie noch mal wiedersehen würde.

    Anmerkung der Autorin: Diese Geschichte geht noch weiter. Bei Interesse einfach Mail an Tintenmaus@gmx.de

Schreibe einen Kommentar

*Pflichtfelder